Zahlreiche Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen
von Schimmelpilzen sehen einen Zusammenhang zwischen der Belastung mit
Schimmelpilzen und Atemwegsbeschwerden. Sporen und Stoffwechselprodukte von
Schimmelpilzen können, über die Luft eingeatmet, allergische und reizende
Reaktionen beim Menschen auslösen. In keiner dieser Studien konnte jedoch
bislang festgestellt werden, ab welcher Konzentration an Schimmelpilzen in
der Luft mit gesundheitlichnegativen Auswirkungen gerechnet werden muss.
Es wird angenommen, dass grundsätzlich alle Schimmelpilze
in der Lage sind, allergische Reaktionen bei dafür empfänglichen Personen
auszulösen. Bei Allergien setzt sich das Immunsystem des Körpers nicht gegen
gefährliche Fremdstoffe (zum Beispiel Krankheitserreger), sondern
fälschlicherweise gegen an sich harmlose Fremdstoffe (wie zum Beispiel
Pollen, Bestandteile von Lebensmitteln) zur Wehr.
Beim ersten Kontakt mit dem Fremdstoff (Antigen) tritt
noch keine allergische Reaktion auf, sondern der Körper bereitet sich durch
die Produktion von Abwehrstoffen (Antikörpern) auf die Bekämpfung des
vermeintlichen Schädlings vor. Man bezeichnet eine solche Person als
„sensibilisiert“.
Erst bei erneutem Kontakt mit dem Fremdstoff kann es dann
zu allergischen Erscheinungen kommen, bei denen eine ganze Kette von
Reaktionen im Körper abläuft, an deren Ende die typischen Symptome
allergischer Reaktionen, wie Schnupfen, Niesen, gerötete Augen,
Hautausschlag etc. stehen. Die häufigsten bei Schimmelpilzbelastungen im
Innenraum beschriebenen Symptome sind unspezifisch, so zum Beispiel
Bindehaut-, Hals- und Nasenreizungen sowie Husten, Kopfweh oder Müdigkeit.
Infektionen durch Schimmelpilze (Mykosen) kommen nur sehr selten und nur bei
besonders empfänglichen, stark immungeschwächten Personen vor. Allergische
und reizende Wirkungen können sowohl von lebenden als auch von abgestorbenen
Schimmelpilzen ausgehen, während zur Auslösung von Infektionen nur lebende
Schimmelpilze befähigt sind.